Die Wahrheit nachzubilden mag gut sein, aber die Wahrheit zu erfinden ist besser, viel besser.
Giuseppe Verdi, Komponist

Franz Berwald und Schweden im 19. Jahrhundert

Kulturhistorisches Seminar von Gartenhaus Pinneberg und Unitarische Akademie vom 29.-30. Januar 1999 in der Landdrostei Pinneberg

Das Ende Januar '99 stattfindende GARTENHAUS-Seminar (Unitarische Akademie e.V.) in der Pinneberger Landdrostei widmet sich einem Land: Schweden. Die bekannte Schönheit dieses Landes soll nicht touristisch erkundet werden und auch seine Gegenwartsprobleme stehen diesmal nicht zur Erörterung. Dafür möchte das Seminar einen kulturellen Aspekt des 19. Jahrhunderts vertiefend bewußt machen. (Kultur - auch als eine zeitlose Inspirationsquelle und
als seelisches Kräftereservoir in bedrängenden Zeiten verstanden?)
Im Mittelpunkt wird die bedeutendste Komponistengestalt Schwedens, Franz Berwald, stehen. In früheren GARTENHAUS-Seminaren haben
wir uns in ähnlicher Weise Edvard Grieg (Norwegen) und dem
größten dänischen Komponisten Carl Nielsen genähert. Neben dem
Nachdenken über das Phänomen Musik geht es um die Erhellung eines Abschnittes der Kulturgeschichte, um künstlerische Entwicklungen in einem Land und um die geistig-kulturellen Verknüpfungen zum gesamteuropäischen
Umfeld.
An Franz Berwald verfolgen wir die beeindruckende Werdegeschichte des schwedischen Komponisten. Sein mühsamer Durchbruch vollzog sich eigentlich erst in unserem Jahrhundert.

Hayo Nörenberg, der Hamburger Musikwissenschaftler und Autor einer vielerorts beachteten Berwald-Sendung im NDR, öffnet den Blick (und das Ohr!) für Musikentwicklungen in Schweden. Margareta Rörby, Geschäftsführerin im Schwedischen Berwald-Komitee, kommt aus Stockholm nach Pinneberg, um Aspekte des schwedischen Musiktheaters zu referieren. Frau Rörby wird u.a. Einblicke in die Operetten von Berwald vermitteln. Gert Fischer, der verdienstvolle Fachmann im Raum der klassischen Musik (Musiktreffpunkt Heidmoor bei Bad Bramstedt - Otto-Ackermann-Archiv) wird seine „Berwald-Saga" vorstellen. Diese enthält neben den einmaligen Tondokumenten auch die Interviews über die Wiederentdeckung des schwedischen Symphonikers, an dem der Musik- und Literaturwissenschaftler und frühere Cheftonmeister des Nordwestdeutschen Rundfunks, Dr. Friedrich Schnapp, wesentlichen Anteil hatte.
Markus Waldura, Mitarbeiter des Saarländischen Rundfunks, stellt in seinem Beitrag über Franz Berwald dar, wie man einen Zugang findet zu diesem Schöpfer einer eigenen Tonsprache. Der Kunst- und Literaturwissenschaftler Gerhard Rohne, Berlin, referiert über eine Gestalt der schwedischen Literaturgeschichte, über Jonas Love Almquist und seine Zeit. Die Denk- und Empfindungstendenzen eines Zeitalters werden am Beispiel dieses Schriftstellers verdeutlicht werden. Beschließen wird das Seminar ein „Schwedischer Abend" am Samstag mit einer anderen Musik und Lebensäußerung Schwedens: Die Gruppe ELCH spielt und tanzt schwedische Folklore (Renate Osterholz, Dieter Schnell, Gisela und Dieter Moldenhauer).
Alle Einzelveranstaltungen sind öffentlich (Eintritt DM 10,-). Die Teilnahme am ganzen Seminar (Freitagabend bis Sonnabendabend) ist jedoch empfehlenswert, denn gerade die Vielfalt der dankenswerterweise nach Pinneberg kommenden Referenten vertiefen die Beschäftigung mit einem kulturellen Aspekt des skandinavischen Landes. Diese Bildungsfreizeit des GARTENHAUSES Pinneberg in der LANDDROSTEI ist zugleich für alle Freunde Schwedens gedacht, die dieses Land nicht nur touristisch erfahren möchten, sondern sich auch für verborgene geistig-kulturelle Bereiche öffnen wollen. Willkommen sind selbstverständlich die in Deutschland lebenden Schweden und alle, die Werke der Musik und Literatur neu erleben möchten.
Frohe Weihnachtsfeiertage und alles Gute für 1999 wünschend, sendet freundliche Grüße aus dem GARTENHAUS Pinneberg

Günter Pahl


Tagunesprogramm

Freitag 29.01.1999
18.30 Uhr: Abendessen im Gartenhaus für Seminarteilnehmer
20.00 Uhr: (Drostei) GÜNTER PAHL, PINNEBERG: Einführung und Begrüßung, HAYO NÖRENBERG, Hamburg:
"Aufriß der schwedischen Musikentwicklung (Kraus, Berwald, Stenhammar)"
21.15 Uhr: ILSE ROTHHÄMEL, Kassel: Chorsingen, Lieder aus Schweden

Sonnabend 30.01.1999
08.30 Uhr: Frühstück im Gartenhaus für Seminarteilnehmer
09.15 Uhr: (Drostei Pinneberg) ILSE ROTHHÄMEL: Chorsingen
10.00 Uhr: MARGARETA RÖRBY, Stockholm:
"Aspekte des schwedischen
Musiktheaters - Einblicke in Franz Berwalds Operetten"
11.15 Uhr: GERD FISCHER, Heidmoor:
"Die Berwald-Saga: Zur Geschichte der
Wiederentdeckung des Franz Berwald"
13.15 Uhr: Mittagessen im Gartenhaus
15.15 Uhr: (Drostei Pinneberg) GERHARD ROHNE, Berlin:
"Jonas Love Almquist, Repräsentant der schwedischen Romantik"
16.15 Uhr: ILSE ROTHHÄMEL: Chorsingen
17.15 Uhr: MARKUS WALDURA, Saarbrücken:
"Franz Berwald, Schöpfer einer
eigenen Tonsprache"
19.00 Uhr: Abendessen - Schwedenplatte in der Landdrostei für Seminarteilnehmer
20.00 Uhr: Ein schwedischer Abend - (Moderation: GÜNTER PAHL und HAYO NÖRENBERG)
Es spielt die Gruppe ELCH schwedische Folklore-Musik.
RENATE OSTERHOLZ (Friedrichstadt/Hadersleben) und
DIETER SCHNELL (Kiel)
Es tanzen GISELA und PETER MOLDENHAUER (Hamburg)
Chorsingen mit ILSE ROTHHÄMEL: Lieder aus Schweden.


Tagungskosten:
Tagungskosten und Verpflegung (DM 125,-)
Ermäßigungen sind möglich. Spenden willkommen. Einzelveranstaltung DM 10,-
Hotel- bzw. Gasthofunterkunft (DM 170,-/140,-/120,-/60,- pro Nacht) werden durch das GARTENHAUS gerne empfohlen und können vorbestellt werden. Sie sind vom Teilnehmer direkt zu bezahlen.

Das Seminar wird unterstützt durch die
CARL-KUHLMANN-STIFTUNG der Unitarischen Akademie.