Die Sektenverfolgung ist ein ziemlich sicherer Indikator für die hier drohende Gefahr, die Gefahr eines liberalen Totalitarismus.
Professor Robert Spaemann, Philosoph, in der Zeitschrift "Cicero", 2004

Hermann Hesse

Literatur-Seminar von Gartenhaus Pinneberg und Unitarische Akademie vom 27.-29. September 1996 im Gartenhaus

Im GARTENHAUS Pinneberg findet vorn 27.- 29.9.1996 eine Bildungsfreizeit statt, die dem Werk und dem Menschen Hermann Hesse gewidmet ist. Seit seinen Veröffentlichungen „Peter Camenzind" (1904) und „Unterm Rad" (1906) ist Hermann Hesse eine nie fortzudenkende Erscheinung innerhalb der deutschsprachigen Literatur. Mehrere umstürzende Ereignisse in der erlebten inneren und äußeren Geschichte beantwortete und begleitete dieser Schriftsteller mit einem auch heute noch nachdenkenswerten Werk.
Zeitweilig ließ das Interesse an diesem Autor erheblich nach. 1965 sank das Leserinteresse in Deutschland auf einen Tiefpunkt. Dann erfolgte der Durchbruch seines Namens in den USA. Bis 1975 wurden acht Millionen Bücher von Hesse verkauft. Doch das geschah auch infolge eines Mißverständnisses: Eine Form der Jugendbewegung, die Hippies und einflußreiche Vertreter der Drogenszene, kürten einen Hesse zum „cult hero of the psychedelic generation"!
Hier liegen Fehldeutungen vor, die Hesses „Weg nach innen" als bloße Flucht aus der Wirklichkeit in eine fragwürdige Irrationalität oder gar als LSD-Trip interpretierten. Es ist ans der Zeit, sich dem vorliegenden umfangreichen literarischen Werk - und dem seiner Briefe - ausschnittweise erneut zuzuwenden.
Viele haben als Zeitzeugen eine bewegte und erregende Hesse-Rezeption miterlebt. So werden in diesem GARTENHAUS-Seminar zahlreiche Referenten, Literaturwissenschaftler, Schauspieler, Pädagogen, Schriftsteller und Sänger sehr eigene Beiträge darbieten und sich einbringen bei der Bemühung um diesen Schriftsteller.


Tagungsprogramm: (Änderung vorbehalten)

Freitag, 27.09.1996:
Eintreffen bis 18.30
18.45 Uhr: Abendessen
20.00 Uhr: GÜNTER PAHL:
"Hörfolge über Hermann Hesse"
Mit Ute George und Günter Pahl
21.30 Uhr: Ein Rundgespräch - Teilnehmer stellen sich mit einem kurzen Hesse-Text vor und sprechen - erzählend - über die Erstbegegnung mit dem Autor Hesse oder über ein Motiv Annäherung.

Sonnabend, 28.09.1996
08.30 Uhr: Frühstück für Haus- und Hotelgäste
09.30 Uhr: GÜNTER PAHL:
Eine kurze Einführung
Klaus Rainer Goll, Lübeck:
"Hermann Hesse - Schwaben als Motivation zum Schreiben?"
Aus den Tagebuchaufzeichnungen des Autors K.R. Goll - Lesung
10.15 Uhr: GERHARD ROHNE, Hamburg: "Musik als Inspirationsquelle für den Schriftsteller und Menschen" Ein Nachdenken über Hesses Beziehung zur Musik mit Text- und Hörbeispielen
11.00 Uhr: WOLFGANG MUNDT, Rostock: "Hesse - Probleme und Krisen der Reifejahre im frühen Werk"
Vortrag und Aussprache
12.45 Uhr: Mittagessen - anschließend Mittagsruhe bzw. Wanderung (Rosengarten/Wolny-See/Stadt Pinneberg)
15.00 Uhr: DR. MARGARETE DIERKS, Darmstadt:
"Anmerkungen zu lyrischen Texten Hesses"
Vorbereitung auf die abendliche Veranstaltung: Aneignung der Texte der vertonten Gedichte
17.00 Uhr: WIGMAR BRESSEL, Halle:
„Die Einheit des Ganzen - Hesses religiöses Weltverständnis als Fundament seiner Dichtung"
Vortrag und Aussprache
18.45 Uhr: Abendessen
20.00 Uhr: Ein Liederabend im GARTENHAUS
Komposition von Othmar Schoeck, Yrjö Kilpinen, Richard Strauss, Haas u. a., Gedichte von Hermann Hesse
Es singt: OLAF FRANZ, Bariton
Am Klavier: GERD JORDAN
Sprecherin der Hesse-Texte: UTE GEORGE

Sonntag, 29.09.1996
08.30 Uhr: Frühstück (Für Haus- und Hotelgäste)
09.30 Uhr: WOLFGANG MUNDT, Rostock: Eine Beschäftigung mit lyrischen Texten (Hesse)
Zu Karl-Heinz Deschners Streitschrift: Kitsch, Konvention und Kunst (1958)
11.00 Uhr: SIGURD BRESSEL, Bockenem:
„Die Kunst des Kontemplierens und die Notwendigkeit der Verknüpfung" Anmerkungen zum "Glasperlenspiel" und zur „Morgenlandfahrt" Hesses
Vortrag und Aussprache
12.45 Uhr: Mittagessen, anschließend Rundgespräch
14.30 Uhr: Ende des Seminars


Tagungskosten:
Verpflegung und Tagungskosten insgesamt DM 150,- Tagesgebühr ohne Verpflegung DM 80,- (Ermäßigung nach Absprache) Eintritt bei einzelnen Veranstaltungen DM 10,-/15,- Privatunterkünfte stehen in begrenzter Anzahl zur Verfügung. (DM 20,- pro Nacht ohne Bettwäsche). Schlafmöglichkeiten im mitgebrachten Schlafsack - für Jugendliche - ohne Berechnung. Hotelunterkünfte können vorbestellt werden und sind vom Teilnehmer direkt zu bezahlen. EZ Cap Polonio DM 120,-; Holsteiner Hof DM 60,-- pro Nacht.