Richard Wagner verstand sich nicht als Zeitgenosse des 19. Jahrhunderts, sondern als dessen Überwinder. Im Geiste verkehrte er mit denen, die er als Gleichgestellte und Gleichgesinnte erachtete, mit Sophokles, Shakespeare und Calderon, den großen Dramatik
Eberhard Straub 1983 in der FAZ

Friedrich Hebbel - Erkundungen über den Dichter, das Werk und den Menschen

Literatur-Seminar von Gartenhaus Pinneberg und Unitarische Akademie vom 26.-28. Mai 1995 im Gartenhaus

Ein GARTENHAUS-Wochenende wird sich dem im Jahr 1813 in Wesselburen/Dithmarschen geborenen Schriftsteller Friedrich Hebbel widmen. Er starb bereits als 50jähriger in Wien: Ein berühmt gewordener Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Kritiker - der Aufstieg zu einem "Klassiker".
Sein persönliches Schicksal in deprimierender Armut, seine lange währende, trostlose Entwicklungsgeschichte und seine späte Selbstfindung und -bestätigung als Künstler gleicht einem Märchen von Andersen. Motive dieses schweren und konsequent gelebten Lebens haben nicht wenigen Menschen Identifikations-Vorbilder vermittelt. Das dichterisch-dramatische Werk mit seiner Fülle an Charakteren, Situationen und existenziellen Entscheidungen geht weit über die Zeitgebundenheit an das 19. Jahrhundert hinaus.
Die Mitarbeiter, Referenten und Künstler dieses GARTENHAUS-Seminars werden eine Beziehungsnähe bekunden und einen Teilauschnitt des dichterischen Werkes neu und eigen erkunden. Die lyrische Kunst und dramatische Sprachkunst eines Hebbel wird im gesprochenen Wort - und in gesungenen Vertonungen - von den Hörern zu prüfen sein, ob und wie diese ihn heute erreicht. Verdient das Werk Hebbels in unseren Tagen eine künstlerische und denkerische Aufarbeitung?

So möchte dieses Seminar ...

  • ihn nicht nur in einigen biographischen Aspekten rekapitulieren und ihn in seiner Sprachkunst im Hörerlebnis verlebendigen
  • Lied-Kompositionen seiner Dichtung vorstellen
  • Hebbel durch die Briefausgabe eines Editors neu entdecken - seine berühmten Tagebücher als eigene Gattung würdigen
  • ihn in seinen Dramen als Verarbeiter philosophischer Ideen und als auszutragenden Kampf zwischen alter und neuer Welt erörtern
  • ihn in seiner Autonomie einer eigenen Religion nicht verleugnen
  • mit seinem "sozialen Manifest", Hebbel in einem dramatisierten Epos auf der Lesebühne darbieten
  • auch die Stätte seiner erlebten Kindheit in Wesselburen anschaulich machen...



Tagungsprogramm(Änderungen vorbehalten)

Freitag, 26. Mai 1995
ab 17.00 Uhr: Eintreffen im GARTENHAUS für Hausgäste
18.00 Uhr: Abendessen
20.00 Uhr: (LANDDROSTEI PINNEBERG)
FRIEDRICH HEBBEL in Texten, Melodramen und Liedern
Kompositionen von Schumann, Liszt, Brahms, Cornelius, Pfitzner, Wolf
Tuula Nienstedt - Mezzosopran
Anna Haentjen - Rezitationen
Uwe Wegner - am Flügel
(Eintritt: DM 20,- / 12,-)

Sonnabend, 27.05.1995 (Alle Veranstaltungen im GARTENHAUS)
08.15 Uhr: Frühstück für Hausgäste
09.00 Uhr: Klaus Rainer Goll, Lübeck:
"TAGEBÜCHER - Seit Hebbel eine literarische Gattung?"
10.00 Uhr: Dr. Hagen Thomsen, Heide:
"Hebbel als Briefschreiber - Ein Einblick in die Werkstatt eines Editors"
Kurzreferat und Fragen der Hörer
11.00 Uhr: Günter Pahl, Pinneberg:
"Denken, Dichten - Leben - Erkundungen über Friedirch Hebbel"
Sprecher: Ute George - Günter Pahl
12.45 Uhr: Mittagessen
15.15 Uhr: Elisabeth von Ulmann, Kiel:
"Hebbel und seine Frauen"
Referat und Aussprache
16.15 Uhr: Kaffee
17.00 Uhr: Dr. Arno Panzer, Kiel:
"Der Dichter Hebbel - Seismograph der philosophischen Ideen"
Zwischen Marx und Nietzsche, Hegel und Schopenhauer
18.45 Uhr: Abendessen
20.00 Uhr: LESEBÜHNE: F. Hebbel: "MUTTER UND KIND"
Das einst bekannte Epos in einer dramaturgischen Bearbeitung von Elisabeth von Ulmann
Mitwirkende der LESEBÜHNE: Ute George, Elisabeth von Ulmann, Stefani Beckmann, Til Kahle, Günter Pahl u.a.

Sonntag, 28. Mai 1995
08.00 Uhr: Frühstück (für Hausgäste)
08.45 Uhr: Abfahrt nach Wesselburen (HEBBEL-MUSEUM) in privaten PKWs;
Fahrtzeit ca. 1 Stunde (Autobahn Pinneberg-Heide, Wöhrden-Wesselburen)
10.45 Uhr: Führung durch das HEBBEL-MUSEUM
11.00 Uhr: Dr. Marianne Beese, Rostock:
"Kampf zwischen alter und neuer Welt - Lesearten zu Hebels Dramen"
12.00 Uhr: Dr. Margarete Dierks, Darmstadt:
"Der politische Mensch im "DEMETRIUS" Vergleich Hebbel/Schiller
13.00 Uhr: Mittagessen in einer Wesselburener Gaststätte (auf eigene Rechnung)
14.00 Uhr: Rückfahrt nach Pinneberg - Ende des Seminars


Tagungskosten
Tagungskosten:
Verpflegung und Tagungskosten insgesamt DM 120,-
Tagungsgebühr ohne Verpflegung DM 80,- (Ermäßigungen nach Absprache.)
Von Besuchern einzelner Veranstaltungen im GARTENHAUS am Sonnabend, d. 27.05.95, im Rahmen der Kreiskulturwoche wird um eine Spende gebeten. (Eintritt: DM 10,-) Privatunterkünfte stehen in begrenzter Anzahl zur Verfügung. (DM 20,- pro Nacht ohne Bettwäsche), Schlafmöglichkeiten im mitgebrachten Schlafsack - für Jugendliche - ohne Berechnung. Hotelunterkünfte können vorbestellt werden und sind vom Teilnehmer direkt zu bezahlen. EZ Cap Polonio DM 120,-, Holsteiner Hof DM 60,- DM pro Nacht. Anmeldung und Unterkunftswünsche erbeten an:
GARTENHAUS-Günter Pahl-Tangstedter Str. 22 - 25421 Pinneberg - Tel.: 04101 / 2 24 86 Auskünfte erteilt auch: UNITARISCHE AKADEMIE (E.M. Krolof), Tel.: 040 / 87 68 1 1
Diese Tagung ist eine Veranstaltung der UNITARISCHE AKADEMIE e. V.