Die christlichen Kirchen sind schlecht beraten, wenn sie ihre Sektenkritik mit staatlichen verbinden und sich nicht schützend vor diese Gruppen stellen, auch wenn sie deren Überzeugungen für falsch halten. Wenn sie weiter wie bisher schrumpfen, ist es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis sie selbst öffentlich als Sekten wahrgenommen werden.
Professor Robert Spaemann, Philosoph, in der Zeitschrift "Cicero", 2004

Immanuel Kant

Philosophie-Seminar von Unitarische Akademie und Gartenhaus Pinneberg vom 24.-26. Mai 2002 im Gartenhaus

Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph und Professor in Königsberg, begründete die kritische oder Transzendentalphilosophie. Er untersuchte die in den menschlichen Erkenntniskräften liegenden Voraussetzungen und Grenzen der Erkenntnis. Die meisten metaphysischen Fragen seien für die menschliche Vernunft unlösbar. Die Erkenntnis müsse sich auf »Erscheinungen« beschränken. Nur als sittliches Wesen könnte der Mensch die Schranken seines an die Sinnenwelt gebundenen Erkenntnisvermögens überwinden (Lehre vom »Primat der praktischen Vernunft«, kategorischer Imperativ, Kategorie). In seinen bedeutenden Schriften »Kritik der reinen Vernunft« (1781/87), »Kritik der praktischen Vernunft« (1788) und »Kritik der Urteilskraft« (1790) warb Kant für seine Überzeugungen.

Seminar mit

Jochen Kirchhoff, Berlin
Dr. Peter Jäckel, Berlin
Günter Pahl, Pinneberg
Gisela Bressel, Bockenem
Sigurd Bressel, Bockenem
und
Prof. Dr. Wladimir Gilmanov, Universität Kaliningrad

Pinneberg
Wer war eigentlich Immanuel Kant?

Pinneberg - Immanuel Kant gehört zu den großen deutschen Philosophen. Der Königsberger Denker und Professor, der von 1724 bis 1804 lebte, und sein Werk stehen im Mittelpunkt des Gartenhausseminars des Pinnebergers Günter Pahl. Vom Freitag, 24., bis zum Sonntag, 26. Mai, werden er und weitere Referenten die Gästen des Seminars mit dem Leben und der Lehre Kants vertraut machen.

Den Auftakt macht am Freitag um 20 Uhr Jochen Kirchhof. Er spricht über die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen im naturwissenschaftlichen und philosophischen Denken, die Kants Wirken möglich machten.

Weiter geht es am Sonnabend um 9.15 Uhr mit Pahl, der sich mit lebensgeschichtlichen Aspekten und mit den Zeitgenossen des Philosophen beschäftigt. Im Anschluss, ab 11 Uhr, setzt sich Krichhoff mit dem revolutionären Ansatz in Kants Hauptwerk "Kritik der reinen Vernunft" auseinander. Am Nachmittag wird sich Peter Jäckel von 15.15 Uhr an mit der Kant-Rezeption im philosophischen Denken von Marx und Engels beschäftigen. Um 17 Uhr beginnt Kirchhoffs Vortrag "Kant und die Folgen". Er wird Beispiele der Wirkungsgeschichte der Philosophie des Königsbergers bis in die Gegenwart geben. Der Tag klingt um 20 Uhr mit Musikmedidation aus.

Am Sonntag werden Gisela und Sigurd Bressel zum Auftakt um 9.15 Uhr über eine Studienreise zu den Wirkstätten des Nikolaus Kopernikus' und Kants in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, berichten. Zum Ausklang wird Professor Wladimir Gilmanow von der staatlichen Universität Kaliningrad von 10.30 Uhr an über die Kant-Forschung an seiner Hochschule informieren.

Das Seminar findet in Pahls Pinneberger Gartenhaus in der Tangstedter Straße 22 statt. Es kann komplett (75 Euro) oder tagesweise (50 Euro) besucht werden. Auch die Teilnahme an Einzelverstaltungen ist möglich (zehn Euro). Anmeldungen nimmt Günter Pahl unter der Telefonnummer 04101/224 86 entgegen. kuk

Artikel aus dem Hamburger Abendblatt vom 21. Mai 2002